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Was ist Vicuña?
Vicuña, deutsch Vikunja, ist die Faser des Vikunjas, einer wildlebenden Kamelart der Anden. Die Tiere leben auf rund 250.000 km² Hochland in Peru, Bolivien, Argentinien und Chile, zwischen 3.200 und fast 5.000 Metern; eine kleine Population lebt in Ecuador. Für Tuch wird nur das feine Unterhaar verwendet — bei erwachsenen Tieren im Mittel 12,7 µm stark.1, 2
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Warum ist Vicuña so selten?
Weil die Tiere wild leben und nur geschoren werden, wenn eine Gemeinde sie im Chaccu zusammentreibt. Ein Tier gibt rund 165 g Vlies je Schur; in Ayacucho wird es etwa alle drei Jahre geschoren. Aus ganz Südamerika gehen jährlich rund 7 Tonnen Vikunja in den Export — beim reinen Cashmere liegt die geschätzte Jahresmenge bei rund 6.500 Tonnen.2, 3, 4, 5
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Warum ist Vicuña so teuer?
Wenig Faser je Tier, lange Abstände zwischen den Schuren, das sorgfältige Trennen von Unter- und Grannenhaar und ein Handel, der jeden Schritt belegt. Schon die Rohfaser kostet ein Mehrfaches von gutem Cashmere. Und ein laufender Meter unseres Tuchs wiegt 420 g — mehr Vikunja, als zwei Tiere bei einer Schur geben.4, 6, 2
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Woran erkenne ich echtes Vicuña?
An der Faserangabe. Maßgeblich ist der Anteil Vikunja — „100 % Vikunja“ oder eine Mischung mit ausgewiesenem Anteil. Manche Tuchhäuser führen „Vicuna“ auch als Farbnamen für Cashmere; ein Farbname ist keine Faser.7
An der Webkante. Im internationalen Handel nennt sie Vikunja und das Ursprungsland. Bei unserem Tuch lautet sie „* SCABAL * 100% PURE VICUNA * VICUNA FIBRES FROM PERU“.8, 6
Am Etikett. Kleidungsstücke aus Vikunja tragen im internationalen Handel ein Etikett mit „VICUÑA“ und dem Ursprungsland, etwa „VICUÑA PERÚ“ — und, wenn sie anderswo gefertigt wurden, zusätzlich das Herstellungsland.9
An den Belegen. Fragen Sie nach Rechnung und Herkunftsnachweis. Bei uns liegen sie in Ihrer Herkunftsakte.
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Vicuña oder Cashmere — was ist der Unterschied?
Vikunja ist feiner: im Mittel 12,7 µm gegenüber höchstens 19 µm beim Cashmere, dessen beste Qualitäten um 14 µm liegen. Vikunja stammt von wildlebenden Tieren, und sein Handel ist streng geregelt; Cashmere ist das Unterhaar der Kaschmirziege, vor allem aus China und der Mongolei. Beide fertigen wir nach Maß: Cashmere-Mäntel ab 5.900 €, Vicuña-Mäntel ab 31.000 €.2, 10, 5
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Wie pflege ich Vicuña?
Nach dem Tragen mit einer weichen Kleiderbürste in Strichrichtung ausbürsten und auf einem breiten Bügel auslüften lassen. Gönnen Sie dem Mantel zwischen zwei Tragetagen eine Pause. Aufbewahren in einer atmungsaktiven Hülle, geschützt vor Motten. Reinigen nur durch einen Fachbetrieb, der Vikunja kennt — nie in der Maschine. Mit Ihrem Mantel erhalten Sie die Pflegeempfehlung für Ihr Tuch.
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Ist das Vikunja geschützt — und darf ich es tragen?
Ja, Sie dürfen. Mitte des 20. Jahrhunderts lebten nach Schätzung nur noch rund 10.000 Vikunjas. Heute zählt allein Peru mehr als dreimal so viele wie 1994: 208.899 Tiere bei der Zählung 2012. Seit 2008 führt die Weltnaturschutzunion IUCN die Art als nicht gefährdet. Der Handel bleibt geregelt: Erlaubt ist nur Faser aus der Schur lebender Tiere bestimmter Populationen, mit Kennzeichnung und Nachweis.1, 11, 9
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Was gilt bei Lieferung und Reisen außerhalb der EU?
Innerhalb der EU verkaufen wir Vicuña mit Nachweis der rechtmäßigen Herkunft. Jeder Mantel, den wir außerhalb der EU liefern, braucht eine Wiederausfuhrbescheinigung, in Deutschland ausgestellt vom Bundesamt für Naturschutz. Die USA verlangen bei der Einfuhr ein CITES-Dokument — ausdrücklich auch für Kleidung im persönlichen Gepäck. Nach Kalifornien liefern wir Vicuña nicht; dort ist der gewerbliche Verkauf gesetzlich untersagt. Planen Sie eine Reise mit Ihrem Mantel in die USA, sprechen Sie uns vorher an.12, 8, 13
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Was kostet ein Vicuña-Mantel bei Manufaktur Bavaria?
Ab 31.000 € inkl. MwSt. für den einreihigen, knielangen Mantel in 420 g. Ihr Preis richtet sich nach Tuchgewicht, Schnitt und Länge. Darin stecken das Tuch, Ihr Maß, der Nessel, Vollfutter aus Seide und Hornknöpfe, die Fertigung in Landshut und Ihre Herkunftsakte. Bezahlt wird bei Auftrag.
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Wie entsteht Ihr Mantel?
Im Gespräch wählen wir Schnitt und Tuch. Ihr Maß nehmen wir persönlich in Landshut oder per Video mit Yeşim Küçükay. Am Nessel, einem Probeteil aus Baumwolle, stimmen wir Haltung, Länge und Bewegungsfreiheit ab — erst danach schneiden wir das Vicuña. Die Lieferzeit nennt Ihr Angebot.
Quellen
- IUCN SSC, Gruppe Südamerikanische Kameliden (GECS) — Verbreitung 3.200 bis fast 5.000 m; Mitte des 20. Jh. rund 10.000 Tiere; seit 2008 „nicht gefährdet“
- Pacheco u. a. 2019 — Faserfeinheit und Vliesgewicht, Region Cusco (302 Proben, 633 Vliese)
- Dirección Regional Agraria Ayacucho, 18.09.2023 — rund 200 g Faser je Tier, alle drei Jahre
- Mecardo (A. Woods), 28.05.2024 — rund 7 t Ausfuhr im Jahr; Rohfaser rund das Dreifache guten Cashmeres
- DNFI, Cashmere (Daten: FAO 2009, DNFI 2020) — 150 g Unterhaar je Tier und Jahr; beste Qualität 14 µm; 6.500 t reines Cashmere; China, Mongolei
- Scabal, Stoffkatalog (Bündel C1801 „Pure Vicuna“) — 100 % Vikunja, 420/520 g je laufendem Meter, Köper, garngefärbt, Webkante
- Verordnung (EU) 1007/2011, Anhang I Nr. 2 — Faserbezeichnung „Vikunja“ in der EU
- 50 CFR 17.40(m) und 23.75(f) — USA: Faser aus Lebendschur; CITES-Dokument auch für persönliche Habe; Webkante mit Ursprungsland
- Verordnung (EU) 2026/1383, Anhang — Vikunja: Populationen in Peru, Bolivien, Argentinien, Chile, Ecuador; Kennzeichnung „VICUÑA [Ursprungsland]“
- Wool Products Labeling Act, 15 U.S.C. § 68b(a)(6) — Cashmere: mittlerer Faserdurchmesser höchstens 19 µm
- SPDA / Actualidad Ambiental, 05.04.2024 — Peru: 208.899 Vikunjas (Zensus 2012), 67.821 (1994); Chaccu von Regionalregierungen genehmigt
- Verordnung (EG) 338/97, Art. 5 Abs. 4 und Art. 8 Abs. 5 — Wiederausfuhrbescheinigung bei Ausfuhr; Verkauf in der EU mit Herkunftsnachweis
- California Penal Code § 653o — Kalifornien: gewerblicher Verkauf von Vikunja untersagt